Stromboli Poetry Slam Schwuler Papst Kaktus

Hallo liebe Menschen,

Hier endlich einmal wieder ein Beitrag auf meiner Seite – muss sein, schließlich fand letzte Woche ja mein Lieblings-Potry-Slam statt!

Hier stelle ich euch einen Arbeitsauftrag aus der Universität, der so ein bisschen allgemeine Beschreibung vom Stromboli (tw. aus dem letzten Bericht) und Bericht von diesem Poetry Slam darstellt.

Viel Spaß beim Lesen!

Hier geht’s los:

 

Kritiktext einer literarischen Veranstaltung: Stromboli Poetry Slam (Hall, 30.05.2015)

Dieser Kritiktext bezieht sich auf die literarische Veranstaltung „Stromboli Poetry Slam“. Dieser wird ca. 3 bis 4 Mal das Jahr durchgeführt. Er findet in Hall in Tirol statt in dem Kulturlabor Stromboli, welches ein Café, eine Bar und einen Veranstaltungsort für Kultur, Musik, Theater und Kunst gleichermaßen darstellt.

Ich persönlich mag solche Poetry Slams. Solche, wo Kaffeehaus-Stimmung herrscht. Wo man rauchen und trinken und an kleinen, runden Tischchen zusammen sitzen kann. Wo die Bar direkt neben der Bühne ist. Wo die Leute aktiv zuhören und jeden Poeten respektieren. Ihm ihre ganze Aufmerksamkeit für fünf Minuten gewidmet wird. Wo sich Newcomer ohne Hemmungen und Lampenfieber auf die Bühne stürzen. Wo es auch Merkwürdiges gibt. Wo es „slamuntypisches“ gibt, falls es das überhaupt gibt, das trotzdem Gehör und Gefallen findet. Wie zum Beispiel eine gekürzte Oper. Wo Markus Köhle arme Zuschauer mit Schokolade am Kopf trifft. Wo Martin Fritz das Intro zu Orange is the New Black als Jingle spielt und wenn er fehlt, etwas fehlt. Wo ehrlich amüsiert geschmunzelt und ernst berührt genickt wird. Man sitzt dicht beieinander, die Veranstaltung hat etwas sehr Familiäres, das doch Raum für Neues bietet.

Die Zuhörer waren zahlreich eingetroffen, trotz des schönen und warmen Wetters. Es herrschte reges Treiben und Flo bediente hinter der Bar, die übrigens auch ein Bereich war, an dem sich das Publikum versammelt hatte.

Zusammenfassung der Teilnehmer („Slammer“):

Vorrunde:

Markus Köhle: „Slam-MC“ (Master of Ceremony), also Moderator. Wie immer professionell, aufmerksam, witzig. Und kann unglaublich gut Menschen mit Schokolade treffen. Jeder kennt ihn, jeder liebt ihn. Darum bekommt er von mir ein Bussi auf der Bühne.

Kinaski: Ging wohl betrunken auf die Bühne oder war zumindest danach in diesem Zustand. Gab den verkannten Dichter, den er uns neben dem Mikrofon zeigte. Dafür hätte er noch ziemlich viel länger gebraucht, aber Markus hat hier die 5-Minuten Regel wirksam werden lassen.

Rebecca Heinrich: Sie tanzte Shake it Off von Taylor Swift und glaubte zu wissen, dass es eh immer nur dieselbe Leier ist, rief aber trotzdem zur Veränderung auf. Wie, das sollte das Publikum wissen, wie es schon Brecht sagte. Es wurde nach einem schwulen Papst gefordert, die Zuhörer mochten das.

Benedikt Hoffmann: … kann gut seine Stimme verstellen. Er war ein Gänseblümchen mit Stimmbruch und hatte allerhand aus diesem Leben zu erzählen. Er blühte und man schmunzelte.

Lisa Eckhart: Sie setzte bewusst den Akzent auf Selbstinszenierung, passend dazu trug sie ein harmonierendes Outfit. Mit effektvoller Gestik und Mimik, passend gesetzten Pausen und Akzentuierungen zog sie das Publikum in ihren Bann. Oh, und sie wetterte gegen Zigaretten-Nörgler.

Simon Tomaz: Seine Kritik an der Politik verbackte er in Torten, nach welchen die Österreichern zu Wahlzeiten verlangten. Er spielte die beste Glawischnig, die ich je gehört habe und imitierte so manch anderen schrägen Vogel der politischen Welt. Oh, und er ist Pädagoge in Spe. Das gibt einen ganz objektiven Pluspunkt.

Dietmar Wielgosch: Er kürzte eine Oper auf fünf Minuten, indem er „den ganzen esoterischen Scheißdreck“ rausnahm, sich auf die Hauptproblematik konzentrierte und „aktuelle Probleme“ mit hineinpackte. Anscheinend war er recht zufällig da, um etwas Spaß zu haben. Gott sei Dank!

Stefan Abermann: Er eröffnete uns die schrecklichen Geheimnisse des Elterndaseins, in dem mit Fäkalien bloß so um sich geworfen wird. Da wurde erzählt von Chlorbleichmitteleinläufen und so manch anderen Kinder-Ergüssen. Es waren grausame Dinge… Bin ich froh, erst 19 zu sein.

  1. Finalrunde

Simon Tomaz: Er begann die Finalrunde mit einem fulminanten Sprachspiel der Klasse „Echoreime“ und wiederholte dabei immer dieselbe Silbe… So viel Kreativität wird mit einem Lächeln und viel Applaus belohnt, den Zuschauern gefiel es.

Dietmar Wielgosch: Er zeigte uns wiederum, wie gut er dichten kann, über einen kleinen Aussetzer (Heavy Metal!) täuschte er uns professionell hinweg. Seine lässig vorgetragene Lyrik befasste sich mit der Arbeitsteilung als Wundermittel und er selbst hatte die Hände fest im Hosensack.

Rebecca Heinrich: Sie deklarierte, nicht fremd zu sein und schilderte, wie weh es tut, zu glauben, dass man es sei. Die Zuhörer erfuhren, wie der richtige Plural des Wortes Cappuccino gebildet wird und noch so manch einiges aus der Erinnerungskiste der Figur des Textes.

Lisa Eckhart: Sie bestach durch charmanten ostösterreichischen Dialekt, der den Hallern wohl sehr gefiel. Es wurde leise und laut, es wurde gefuchtelt und gezeigt, es wurde übers heimdrehen und wegsehen philosophiert und noch so manch anderes deklariert…

Stechen

Weil der Abend noch nicht weit fortgeschritten war, das Publikum dies auch einforderte, alle eine sehr gute Zeit zusammen hatten und Rebecca Heinrich sowie Lisa Eckhart ex aequo mit der Höchstpunktzahl von 31 Punkten lagen, wurde noch ein Stechen zwischen den beiden Frauen eingefordert.

Rebecca Heinrich: Sie begann die Finalrunde mit einem Text über ein Textil-Label, welches auf Grund des Copyrights anonymisiert wurde. Es wurden 5 Schritten zur Produktion eines Sommerkleids dargestellt und darauf verwiesen, dass das alles eine wahre Geschichte sei.

Lisa Eckhart: Sie begann mit einem Text, der jetzt ein wenig Meta sein wird und philosophierte über das Dasein als Poetry Slammer und die Abhängigkeit vom Willen der Zuhörer. Es wurden Daumen in die Luft gestreckt, die ihre Richtung veränderten. Alles in allem lästert sie eigentlich über Heuchelei.

Ergebnis: Lisa Eckhart gewinnt den Stromboli Poetry Slam, Rebecca Heinrich den 2. Platz. Alles in allem war es eine sehr spannende Veranstaltung, mit vielen verschiedenen Beiträgen und Charakteren. Ich kann den Stromboli Poetry Slam all jenen empfehlen, die einen, ja vielleicht ein wenig „alternativen“ Slam zum dominierenden Bäckerei Poetry Slam suchen, die Atmosphäre ist ruhiger und für mich persönlich stellt er eine ganz andere Art von Poetry Slam dar, wie ich sie gewohnt bin. Wobei man ja eigentlich auch nie von gewohnt sprechen kann, da jeder Poetry Slam anders ist. Aber ich persönlich bin den Poetry Slam in Innsbruck gewohnt, daher empfinde ich es immer sehr schön nach Hall zu kommen. Mein Rat: Selbst ausprobieren und ein Urteil fällen!

 

Slam on!

Rebecca

 

 

 

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